Mit einer guten Vorausplanung bleibt dein Picknick plastikfrei und zero waste. Foto: Amplitude Magazin, Unsplash

So gelingt dein sommerliches Zero-Waste-Picknick

Was passt besser zu einem sonnigen Tag, als ein entspanntes Picknick im Park? Eine Decke, gute Freunde und leckeres Essen – mehr braucht es nicht. Doch mit den vielen Picknickbegeisterten in Parks und Gärten kommt auch eine Menge Müll. Überall liegen Plastikverpackungen oder Lebensmittelreste, achtlos weggeworfen und stehen gelassen. Doch der Müll in der Umwelt und die Verschwendung der Lebensmittel muss nicht sein, denn ein sommerliches Picknick geht auch „Zero Waste“.

Zero Waste – ein Leben ohne Müll?

Die Anhänger der Zero Waste, oder „null Müll“, Bewegung versuchen in ihrem Alltag so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Sie kaufen unverpackte Lebensmittel auf dem Wochenmarkt oder in Unverpackt-Läden, setzen auf Mehrwegprodukte und produzieren so gut wie keine Lebensmittelabfälle. Auch wenn ein Leben komplett ohne Müll kaum möglich ist, kann mit dem Zero Waste Prinzip der eigene Müll auf ein Minimum reduziert werden.

Ein Einkauf auf dem Wochenmarkt vermeidet Plastikmüll und spart Geld. Foto: Lukas Budimaier, Unsplash

Gute Planung spart Lebensmittelabfälle und Müll

Ein müllfreies Leben lässt sich natürlich nicht von heute auf morgen umsetzen. Doch so ein sommerlichen Picknick mit Freunden ist die ideale Gelegenheit ein paar Zero Waste Prinzipien auszuprobieren.

Bevor man für das Picknick einkaufen geht, sollte genau geplant werden, was in den Einkaufswagen kommt. Denn wer nach Lust und Laune stets zu viele Lebensmittel kauft und sie verderben lässt, hat auch eine Menge Abfall. Laut Verbraucherzentrale landen alleine in Deutschland jedes Jahr 11 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von circa 25 Milliarden Euro in der Mülltonne.

Das ist weder gut für den eigenen Geldbeutel, noch für die Umwelt. Eine gute Einkaufsplanung kann hier helfen und spart nicht nur Geld, sondern auch Zeit. Viele Gerichte lassen sich beispielsweise bereits in größeren Menge vorkochen und im Kühl- oder Eisschrank aufbewahren. Das Zauberwort heißt hier „Meal Prep“.

Für ein sommerliches Zero Waste Picknick steht am Anfang also erstmal die Frage: mit welchen Snacks und Erfrischungen wollen wir uns verwöhnen? Muss ich etwas vorkochen oder vorbereiten? Kann ich von einem Gericht mehr kochen und es am nächsten Tag noch daheim genießen? Viele Fragen, die man mit etwas Vorausplanung gut beantworten kann.

Ein guter Anfang ist der Verzicht auf Plastik

Nun steht man manchmal mit seinen guten Plänen und Absichten im Supermarkt und weiß gar nicht, was man eigentlich noch kaufen kann. Alles ist verpackt, Plastik wohin das Auge sieht. Doch keine Sorge, es ist noch kein Zero-Waste-Profi vom Himmel gefallen! Auch wenn der Weg zu einem müllfreien Lebensstil lange scheint, beginnt er doch immer mit einem ersten Schritt: dieser kann zum Beispiel die Reduzierung oder das Vermeiden von Plastik sein.

Um den eigenen Plastikverbrauch zu reduzieren, ist es immer von Vorteil den eigenen Müll zu kennen. Dafür kann man zum Beispiel zuerst eine Woche lang den eigenen Plastikmüll sammeln und danach analysieren:

Wobei fällt am meisten Plastik an? Was ist nötig und was nicht?

Wer seinen Plastikmüll kennt, kann jetzt Alternativen suchen. Das Joghurt im Becher ist ein Muss? Kein Problem, denn Joghurt gibt es, so wie auch Milch, im Mehrwegglas zu kaufen.

Für den Kauf von Lebensmitteln wie Käse, Wurst und Obst ist ein wenig mehr Vorbereitung nötig. Doch mit einigen Taschen, Beuteln und Dosen im Gepäck kann auch in jedem normalen Supermark jede Menge Müll eingespart werden.

Leckere Zero-Waste-Snacks für ein Picknick

Für ein sommerliches Picknick eignet sich zum Beispiel frisches Obst und Gemüse, das in den eigenen wiederverwertbaren Beuteln transportiert wird. Diese gibt es aus Baumwolle als Beutel oder Netze und aus Kunststoff. Beide Varianten können unzählige Male wiederverwendet werden und sind in vielen Supermärkte bereits zu bekommen. Früchte wie Erdbeeren, Himbeeren und Brombeeren kann man außerdem oft in der Papierverpackung kaufen.

Für herzhafte Snacks können Käsewürfel aus einem Stück Käse geschnitten werden, das man vorher unverpackt in der eigenen Dose an der Käsetheke gekauft  hat. Damit ist auch die Auswahl an Käsesorten oft viel größer als im Kühlregal. Es kann genau bestimmt werden wieviel Käse man möchte und es bleibt nichts im Kühlschrank zurück und verdirbt.

Oft muss man die Verkäufer_innen etwas überzeugen, dass sie den Käse in die eigene Dose füllen. Aber wer freundlich fragt und die Dose nicht hinter, sondern nur auf die Theke stellt, hat hier meistens Erfolg. Nur Mut – oft gibt es noch ein Lob und ein freundliches Gespräch dazu.

Zum Käse passt natürlich noch frisches Brot. Auch dieses kann man sich ohne Probleme vom Bäcker in eigene Beutel oder Taschen füllen lassen. Und viele Getränke wie fruchtige Säfte oder einen Sekt zum Anstoßen kommen in Glasflaschen. Eine Plastikflasche muss also wirklich nicht sein.

Mit Geschirr aus Edelstahl oder Holz kannst du ein plastikfreies Picknick geniessen. Foto: Debby Hudson, Unsplash

Ab in die Natur, aber ohne Plastikgeschirr

Mit leckeren Snacks und Getränken im Gepäck kann es nun raus ins Grüne zum Zero Waste Picknick gehen. Dabei darf neben einer großen Decke aber eines nicht fehlen: Teller, Gläser und Besteck. Besonders bei Picknicks greifen viele gerne auf Plastikgeschirr zurück, da es leicht und einfach zu entsorgen ist. Doch leider entsteht so eine große Menge Müll, die der Umwelt erheblich schadet.

Die einfachste Alternative zu Plastikgeschirr ist es das eigene Geschirr, Besteck und Gläser aus der heimischen Küche mitzubringen. Diese können nach dem Picknick einfach wieder mit nach Hause genommen und dort gespült werden. So entsteht kein zusätzlicher Müll. Doch leider sind Teller und Gläser aus Porzellan und Glas schwer und können beim Transport leicht zerbrechen.

Wer regelmäßig Picknicken geht kann in leichteres und bruchsicheres Geschirr aus Holz oder Edelstahl investieren. Für die einmaligen Ausflüge gibt es zudem Teller aus kompostierbaren Materialien, die der Umwelt weniger Schaden zufügen als Einwegplastik.

Belegte Brote, Kuchen und andere empfindliche Lebensmittel kannst du auch in Bienenwachstücher einwickeln. Diese reinigst du nach der Benutzung einfach mit Wasser und kannst sie wiederverwenden. Mit unserer Anleitung für Bienenwachstücher stellst du sie ganz einfach selbst her.

Jetzt kann es aber endlich los gehen. Mit leckeren gesunden und unverpackten Lebensmittel, nachhaltigem Geschirr und sonnigem Wetter kann das erste eigene Zero Waste Picknick nur zum Erfolg werden. Viel Spaß!


Gastbloggerin Anna von „Grün wie Gras“ ist unsere Expertin für das Thema Nachhaltigkeit. Für uns schreibt sie regelmäßig über Inhalte, die ihr wichtig sind: Naturkosmetik, Zero Waste und ein bewusster Lifestyle.

Alle Beiträge von Anna auf “Sich gutes tun” findest du hier in der Übersicht.

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