Wir helfen dir durch den Dschungel der Naturkosmetik-Labels Foto: Chris Abney, Unsplash

Im Dschungel der grünen Kosmetik

Natur pur! Wer wünscht sich nicht ab und an eine Auszeit im Grünen? Doch nicht nur unsere Seele sucht Entspannung in der Natur, auch unser Körper soll ganz natürlich gepflegt sein, am liebsten mit hochwertiger Naturkosmetik. Diesen Trend haben viele Firmen längst aufgegriffen und die Regale mit grüner Kosmetik werden in den Drogerien immer länger. 

Doch wer hat denn wirklich noch den Durchblick im Dschungel der grünen Kosmetik? Was ist überhaupt Naturkosmetik und worauf muss man achten, um nicht auf die berühmte „grüne Lüge“ hereinzufallen?

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe

Der Begriff Naturkosmetik ist weder klar definiert, noch gibt es im deutschen Gesetz eine Regelung, was als Naturkosmetik bezeichnet werden darf und was nicht.  Allgemein wird zwischen Naturkosmetik und naturnaher Kosmetik unterschieden. Dazwischen liegen jedoch oft Welten, besonders bei den Inhaltsstoffen. Hochwertige Naturkosmetik verzichtet beispielsweise bewusst auf künstliche Stoffe wie Parabene und Silikone oder Zusätze wie Mikroplastik. Damit wird nicht nur der Kunde, sondern auch die Umwelt aktiv geschützt.

Darum sind Parabene und Silikone nicht zu empfehlen

Parabene sind synthetische Konservierungsstoffe, die ein Kosmetikprodukt keimfrei und damit lange haltbar machen. Obwohl es auch natürliche Konservierungsmittel gibt, setzen viele konventionelle Kosmetikfirmen weiterhin auf Parabene. Diese sind jedoch menschlichen Hormonen sehr ähnlich und können dadurch auf unseren empfindlichen Hormonhaushalt einwirken. Deshalb werden Paraden als hormonell wirksam eingestuft und haben in Naturkosmetik nichts verloren!

Um auf hochwertige Öle, wie sie in Naturkosmetik vorkommen, zu verzichten, nutzen viele konventionelle Kosmetikfirmen zudem Silikone als Ersatzstoff. Dieser Stoff wird aus Erdöl gewonnen und legt einen versiegelnden Film über Haut und Haare. Dadurch wirkt die Haut glatter und weicher, jedoch hat das Silikon keine pflegenden Eigenschaften. Dazu kommt, dass Silikone sich zwar leicht wieder vom Körper entfernen lassen, jedoch dann mit dem Abwasser in die Umwelt gelangen und diese als Mikroplastik schwer belasten können. Damit sind auch Silikone ein No-Go in Naturkosmetik.

Diese beiden Stoffe sind nur zwei beispielhafte Inhaltsstoffe, die in Naturkosmetik nicht vorkommen. Doch konventionelle Kosmetik enthält oft unzählige verschiede Stoffe! Wer in diesem Dschungel den Überblick verliert, kann jedoch eine einfache Hilfe zu Hand nehmen:

Mit der App Codecheck lässt sich der Barcode auf jedem Produkt scannen. Die App schlüsselt die Inhaltsstoffe verständlich auf und erklärt, warum manche unbedenklich und andere gefährlich sind. Zu jedem Inhaltsstoff werden außerdem zahlreiche Hintergrundinformationen geliefert. Damit fällt man sicher nicht in die berüchtigte Greewashing-Falle.

Foto: Chris Abney, Unsplash

Was ist Greenwashing?

Unter Greenwashing versteht man nichts anderes als eine Marketingstrategie, die zum Beispiel einem Kosmetikprodukt ein grünes Image verpasst, obwohl es sich nicht um Naturkosmetik handelt. Gerne werden für Verpackungen grüne Farben, ein Aufdruck mit Pflanzen oder scheinbar ungeschminkte Naturschönheiten als Models gewählt. Bei genauem Blick auf die Inhaltsstoffe fällt jedoch auf, dass das Produkt oft wenig bis gar nichts mit Naturkosmetik zu tun hat.

Drei Naturkosmetik-Siegel zur besseren Orientierung

Um nicht im Wald der grünen Flaschen und Verpackungen, die alle ein natürliches und ökologisches Pflegeerlebnis versprechen, verloren zu gehen, sind Zertifikate und Siegel sehr hilfreich. Doch auch hier ist es praktisch einige der gängigen Siegel zu kennen, denn nicht jedes Siegel bedeutet direkt zertifizierte Naturkosmetik. Wir stellen dir hier die wichtigsten vor:

BDIH-Siegel für kontrollierte Naturkosmetik. Siegel: © BDIHDas BDIH-Siegel wird weltweit vergeben und berücksichtigt ökologische, gesundheitliche und soziale Aspekten. In Produkten mit dem BDIH-Siegel dürfen zB. keine Erdölprodukte oder synthetischen Duft- und Farbstoffe verwendet werden. Die verwendeten Rohstoffen müssen hauptsächlich aus biologischem Anbau stammen und Tierversuche sind in allen Produktionsstufen verboten. Auch auf die Verpackung der Produkte wird geachtet. Diese muss sparsam angewendet und aus recyclebarem Materialen bestehen. (Bildquelle Label: © BDIH)

Natrue-Siegel für Naturkosmetik. Siegel: © NATRUEDas NaTrue-Siegel wird wie das BDIH-Siegel weltweit vergeben. Auch hier sind Inhaltsstoffe aus dem Rohstoff Erdöl und künstliche Inhaltsstoffe nicht erlaubt. Einzig natürliche Inhaltsstoffe, naturnahe Inhaltsstoffe, die aus der Reaktion von natürlichen Stoffen miteinander entstehen, und naturidentische Inhaltsstoffe, die zwar im Labor hergestellt werden, aber auch in der Natur vorkommen, sind erlaubt. Wie auch bei den anderen Zertifikaten wird zudem auf die umweltfreundliche Verpackung geachtet. Zudem unterliegt das Zertifikat strengen Kontrollen. Im Unterschied zum BDIH-Siegel wird das NaTrue Siegel in drei Zertifizierungsstufen vergeben: Naturkosmetik, Naturkosmetik mit Bio-Anteil und Biokosmetik. (Bildquelle Label: © NaTrue)

Ecocert-Siegel für Naturkosmetik. Siegel: © EcocertAuch das Ecocert-Siegel bietet eine gute Orientierung im Siegeldschungel. Bei diesem Siegel müssen bei der zertifizierten Biokosmetik mindestens 95% der Inhaltsstoffe natürlich sein, lediglich fünf Prozent können demnach synthetisch hergestellt werden. Bei der Naturkosmetik sind es mindestens 50% der Inhaltsstoffe, die pflanzlichen Ursprungs sein müssen. Auch die Produktion der Ecocert-Produkte wird genau überwacht. Die Herkunft aller Materialien muss beispielsweise zurückverfolgt werden können und die Firmen müssen auf ihren Emissionsausstoß und ihren Abfalls achten. (Bildquelle Label: © ECOCERT)

Diese drei Siegel finden sich bereits auf vielen Produkten im Handel. Wer die Hintergründe der Zertifizierungen kennt, hat es deutlich leichter hochwertige Naturkosmetik auf den ersten Blick zu finden.

Die ersten Schritte zur Naturkosmetik

Nun steht deinem erfolgreichen Einkauf von Naturkosmetik nichts mehr im Wege. Doch wie findest du das richtige Produkt und auf was musst du achten?

Eine gute erste Anlaufstelle sind Drogerien und Onlineshops. Diese führen immer mehr Naturkosmetikmarken, die auch für den kleinen Geldbeutel geeignet sind. Mit dem Wissen über die Siegel und den Informationen aus der App Codecheck kann jedes Produkt auf seine Inhaltsstoffe geprüft werden.

Und nicht entmutigen lassen! Naturkosmetik hat manchmal eine andere Konsistenz oder andere Eigenschaften als konventionelle Kosmetik. So haben einige Cremes ein früheres Ablaufdatum, da keine chemischen Konservierungsmittel benutzt werden. Oder manche Lippenstifte halten nicht stundenlang, sondern müssen einige Male aufgefrischt werden. Doch diese kleinen Unterschiede nimm man doch gerne für ungefährliche Kosmetik in Kauf.

Wer sich gerne mal etwas Besonderes gönnen möchte, kann auch hochpreisigere Kosmetik wie aus dem Reformhaus, der Apotheke oder Onlineshops ausprobieren. Obwohl ein hoher Preis bei Kosmetik nicht automatisch eine hohe Qualität voraussetzt, zeigen sich im Preis vieler Naturkosmetikmarken die hochwertigen Inhaltsstoffe. Besondere Öle die bei der Produkten verwendet werden, haben einfach ihren Preis. Dieser lohnt sich im Hinblick auf die Pflegewirkung aber auf jeden Fall.

Natürliche Kosmetik kannst du auch einfach selbst herstellen. Foto: Christin Hume, Unsplash

Statt kaufen, Naturkosmetik einfach selber machen

Für alle DIY-Liebhaber gibt es natürlich immer die Möglichkeit Naturkosmetik selber herzustellen. Wir haben dir hier bereits einige selbstgemachte Kosmetik-Produkte wie Peelings oder Gesichtsmasken vorgestellt, die nur aus nur wenigen Zutaten bestehen.

Auch ein duftendes Körperöl lässt sich beispielsweise bereits aus einem hochwertigen Basisöl wie Aprikosenkern- oder Mandelöl und einigen Tropen eines ätherischen Öls deiner Wahl herstellen. Damit ist die Fragen nach schädlichen Inhaltsstoffen auch direkt geklärt: es gibt sie nicht!

Mit etwas Hintergrundwissen zu den Inhaltsstoffe und den Zertifizierungen im Bereich Naturkosmetik ist der Weg durch den Dschungel der grünen Kosmetik nun sicher kein Problem mehr.


Gastbloggerin Anna von „Grün wie Gras“ ist unsere Expertin für das Thema Nachhaltigkeit. Für uns schreibt sie regelmäßig über Inhalte, die ihr wichtig sind: Naturkosmetik, Zero Waste und ein bewusster Lifestyle.

Alle Beiträge von Anna auf “Sich gutes tun” findest du hier in der Übersicht.

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