Fair Fashion und Shopping ist zwar teuerer aber nachhaltiger. Foto: Lauren Fleischmann, Unsplash

Das ABC der nachhaltigen Mode

Mode ist mehr als reine Kleidung. Durch sie können wir uns ausdrücken, unsere Persönlichkeit zeigen oder ein Statement setzen. Heute findet man in jeder Fußgängerzone ein Modegeschäft an das andere gereiht. Und wer mehr Auswahl benötigt, kann mit wenigen Klicks das passende Outfit für jeden Anlass online kaufen. Eine Modewelt, die scheinbar keine Wüsche offen lässt.

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Doch unsere bunte Modewelt hat eine dunkle Seite. Die sogenannte „Fast Fashion“ („Schnelle Mode“) steht nicht nur für große Auswahl und schnell wechselnde Trends, sondern auch für Armut, Ausbeutung und Umweltverschmutzung. Deshalb stellen sich immer mehr Käufer die Frage: Wie kann ich meiner Leidenschaft für Mode nachhaltig nachgehen?

Foto: Anna L, Unsplash

Die dunkle Seite der schnellen Mode

Fast Fashion, wie sie von gängigen Modeherstellern verkauft wird, steht für schnelle Massenproduktion. In wenigen Wochen kann eine Kollektion designed, genäht und verkauft werden. Die Produktion dafür wird meistens in asiatische Herstellungsländern verlagert. Dort sind die Löhne, der Arbeitsschutz und die Bestimmungen für verwendete Chemikalien oft sehr viel niedriger als in Europa. Daher kann ein Kleidungsstück schnell und besonders billig produziert werden. Menschen und Umwelt stehen dabei hinter dem Profit der Konzerne zurück.

Besonders deutlich wurden die Auswirkungen der schnellen Mode im Jahr 2013, als in Bangladesch die Textilfabrik Rana Plaza einstürzte. 1135 Menschen verloren an diesem Tag ihr Leben und 2438 wurden verletzt, als sie billige Kleidung für Fast Fashion Labels nähten. In Erinnerung an dieses Unglück wurde die „Fashion Revolution Week“ ins Leben gerufen. Zahlreiche Firmen, Zeitschriften und Influencer informieren in dieser Woche über die Arbeitsbedingungen von Fast Fashion und zeigen Alternativen auf.

Damit sich dieses Unglück nicht wiederholt, liegt es an uns Käufern, das eigene Verhalten zu ändern. Und das ist tatsächlich leichter als man denkt.

Weniger ist mehr – Capsule Wardrobe

Wer kennst das nicht: ein Blick in den überfüllten Kleiderschrank und eigentlich hat man doch nichts Anzuziehen. Da hilft es einmal den Kleiderschrank gründlich aufzuräumen und die Anzahl der Kleidung zu reduzieren! Denn weniger ist, besonders bei Kleidung, tatsächlich mehr.

Das Prinzip des „Capsule Wardrobe“, frei übersetzt „Grundgarderobe“, stammt von der Londonerin Susie Faux. Sie wollte einen Kleiderschrank voller zeitloser Basics, die man über alle Jahreszeiten hinweg tragen und miteinander kombinieren kann.

Obwohl manche ihren Capsule Wardrobe streng auf eine bestimmte Anzahl Kleidungsstücke reduzieren, ist es viel wichtiger darauf zu achten, dass die Stücke vor allem gut kombinierbare Lieblingsstücke sind. Heraus soll ein reduzierter Schrank voller Lieblingsstücke kommen – klingt das nicht traumhaft?

Also alle Kleidung raus aus dem Kleiderschrank und ordentlich aussortieren. Man bekommt schnell ein Gefühl dafür, was man eigentlich gerne und immer trägt, was dem eigenen Stil entspricht und welches Teil ohne schlechtes Gewissen gespendet, verkauft oder verschenkt werden kann.

Es ist jedoch wichtig, den einmal reduzierten Kleiderschrank nicht in wenigen Monaten wieder mit neuer Kleidung zu füllen. Hier hilft der Trick: wenn ein Kleidungsstück kommt, muss ein anderes gehen.

Also Augen auf beim nächsten Einkauf: was will ich wirklich und ist es so besonders, dass ich es in meinem Capsule Wardrobe haben möchte? Denn das Bewusstsein für den eigenen Stil und das eigene Kaufverhalten sind der erste Schritt zur nachhaltigen Mode.

Noch mehr Infos über Capsule Wardrobe und weitere Methoden zum Reduzieren der Kleidung erhältst du hier.

Foto: Cam Morin, Unsplash

Slow Fashion – die faire Alternative

Ab und an muss aber doch mal ein neues Kleidungsstück her – da kommt man nicht drum herum. Um nicht wieder in die alten Kleidungsgeschäfte zu laufen und billige Mode zu kaufen, kann man sich in der Welt der Fair Fashion oder Slow Fashion („langsame Mode“) umsehen.

Bei fairer Mode von Marken wie Armedangels, Hessnatur, Grüne Erde und vielen (vielen!) mehr, wird auf gerechte Arbeitsbedingungen, umweltfreundliche Herstellung und natürliche Materialien geachtet. Somit kann der Kunde ohne schlechtes Gewissen ein neues Kleidungsstück in seinem Schrank willkommen heißen.

Doch in Sachen fairer Mode sollte man umbedingt auf schwarze Schafe achten. Nach dem Prinzip des „Greenwashings“, einer Marketingstrategie, die Produkte umweltfreundlicher erscheinen lässt als sie sind, verkaufen viele Fast Fashion Labels heute ihre angeblich faire Mode.

Doch hier hilft der Blick auf Zertifizierungen. Faire Mode großer Marken trägt besonders oft das GOTS (Global Organic Textile Standard)-Zertifikat. Hinter dieser Auszeichnung stehen strenge ökologische, nachhaltige und soziale Anforderungen, die die Firmen erfüllen müssen.

Natürlich hat Fair Fashion durch die hohen Standards und Anforderungen ihren Preis. Ein einfaches fair produziertes T-Shirt kann leicht 30€ oder mehr kosten. Doch beim Kauf sollten man einfach im Hinterkopf behalten, dass den wahren Preis für ein billiges T-Shirt auch jemand bezahlt: nämlich ein/e Näher/in oder ein/e Baumwollpflücker/in, die unter schlechten Lebens-, Lohn- und Arbeitsbedingungen leiden. Für sie lohnt es sich ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen.

Damit deine neue Kleidung länger erhalten und schön bleibt, kannst du hier lernen, wie du sie richtig und vor allem umweltbewusst pflegst.

Foto: Onur Bahçıvancılar, Unsplash

Second Hand – günstig und nachhaltig

Doch Hand aufs Herz: nicht immer hat man genug Geld für die wunderschöne faire Mode. Doch hier gibt es eine einfache Lösung: Second Hand.

Second Hand Mode, also Mode aus zweiter Hand, ist nicht nur günstig, sondern auch noch nachhaltig. Für Second Hand Mode werden keine neuen Ressourcen benötigt, die unserer Umwelt später fehlen. Deshalb ist Second Hand Mode die nachhaltigste Möglichkeit, um den eigenen Kleiderschrank zu erweitern.

Mode aus zweiter Hand wird beispielsweise in Second Hand Läden verkauft. Es gibt zum Beispiel Läden, die den Preis nach dem Gewicht der Kleidung festsetzen, nach ihrem Zustand schauen oder nur besondere Marken an- und verkaufen.

Wer keinen passenden Laden in seiner Nähe hat, kann auch mal auf Flohmärkten schauen, ob es nicht ein Schmuckstück zu ergattern gibt. Daneben bieten Onlineplattformen wie ebay oder besonders Kleiderkreisel eine große Auswahl an hochwertiger gebrauchter Kleidung. Hier findet jeder Käufer sicherlich das passende Stück zu einem kleinen und fairen Preis.

Natürlich gibt es noch viele andere Möglichkeiten um Mode aus zweiter Hand zu kaufen. Auf Plattformen wie Kleiderei kann man Mode beispielsweise mieten. Oder man organisiert selbst eine Kleidertauschparty, bei der jeder ungewollte Kleidung mitbringt und die anderen sich nach Lust und Laune bedienen können – die Möglichkeiten sind unendlich.

Ob nun neue, zertifizierte Mode oder Second Hand-Schätze: nachhaltige Mode hat viele Gesichter. Sie muss nicht unbedingt teuer sein, ist jedoch für Menschen und Umwelt die deutlich bessere Wahl.

Du möchtest auch in deinem Kleiderschrank die Nachhaltigkeit einziehen lassen? Dann lerne, wie du faire Mode unterstützen kannst und fast Fashion endlich Goodbye sagst. Slow Fashion | Fair Fashion | Nachhaltige Mode | Capsule Wardrobe | Curated Closet | Second Hand | Slow Fashion Bewegung | Fair Fashion Marken | Slow Fashion Marken | Nachhaltige Mode Marken | Recycelte Mode | Nachhaltigkeit | weniger Shoppen | Fast Fashion | Fashion Revolution Week | Sich gutes tun


Gastbloggerin Anna von „Grün wie Gras“ ist unsere Expertin für das Thema Nachhaltigkeit. Für uns schreibt sie regelmäßig über Inhalte, die ihr wichtig sind: Naturkosmetik, Zero Waste und ein bewusster Lifestyle.

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