Mit speziellen Barista-Versionen kann man auch mit Pflanzenmilch guten Milchschaum herstellen. Foto: Laura Johnston, Unsplash

Ist pflanzliche Milch eine wirkliche Alternative?

Was gibt es besseres als einen schönen Cappuccino am Morgen? Für viele Menschen ist der morgendliche Kaffe mit aufgeschäumter Milch wohl der beste Start in den Tag und ein absolutes Muss. Da immer mehr Menschen jedoch bewusst auf tierische Produkte wie Milch verzichten wollen, kommt oft die Frage auf: muss ich jetzt auf meine Milch im Kaffe verzichten? Oder gibt es Alternativen zu allgegenwärtigen Kuhmilch? Ja, es gibt eine Alternative und diese heißt pflanzliche Milch!

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Das Problem mit der Kuhmilch

Viele Menschen verzichten nicht nur aus gesundheitlichen Gründen, wie bei einer Laktoseintoleranz, auf Kuhmilch, sondern unterstützen das modernen System Milch nicht. Hinter einem Glas Milch steht heute nämlich kein einzelner Bauer, sondern eine ganze Industrie, die Hochleistungskühe in technisierten Ställen verwaltet. Deshalb gilt Milch auch als industriell verarbeitetes Lebensmittel. Milchgegner vermuten sogar beim Konsum von Kuhmilch als erwachsener Mensch gesundheitliche Risiken.

Doch ob man nun Pro oder Contra Kuhmilch ist, lohnt sich bei den eigenen Essgewohnheiten doch immer der Blick über den Tellerwand. In unserem Fall über den Kaffebecherrand.

Mandel-, Soja-, oder Hafermilch?

Das Angebot an pflanzlicher Milch ist heute größer denn je. Neben der bekannten Sojamilch gibt es auch Mandel-, Hanf-, Hafer-, Haselnuss-, Reis-, Erbsen- und Lupinenmilch und viele mehr.

Im Supermarkt darf Pflanzenmilch jedoch nicht unter dem Begriff „Milch“ verkauft werden. Deshalb heißt die pflanzliche Alternative oft „Drink“ oder „Getränk“. Davon darf man sich nicht verwirren lassen, denn die Auswahl ist groß und für jeden Geschmack gibt es mittlerweile die passende Ersatz-Milch.

Sojamilch – der Klassiker

Sojamilch ist sicherlich die bekannteste Pflanzenmilch und erhält Stoffe wie Folsäure und pflanzliche Proteine. Sie hat einen leicht nussigen Geschmack und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit.

Doch die Herstellung von Sojamilch bleibt nicht ohne Kritik: die meisten Sojabohnen stammen aus Südamerika, wo für deren Anbau (der eigentlich hauptsächlich, aber nicht nur, für die Massentierhaltung betrieben wird) Regenwald gerodet wird.

Wer ohne schlechtes Gewissen Sojamilch trinken möchte, sollte auf biologische Sojamilch, deren Bohnen in Europa angebaut werden, achten.

Nussmilch – der Newcomer

Neben Sojamilch sind besonders Nussmilchalternativen im Kommen. Ob Mandel oder Haselnuss, der bekannte Geschmack von Nüssen macht sich in jedem Kaffe oder Kuchen gut.

Mandelmilch ist eine Alternative zu herkömmlicher Kuhmilch. Foto: Chuttersnap, Unsplash

Mandelmilch enthält beispielsweise Spurenelemente, Vitamine und hat im Vergleich zu Haselnussmilch relativ wenig Fett. Zudem gilt sie als besonders verträglich.

Doch auch hier gilt es auf Bioprodukte zu achten, denn der konventionelle Mandelanbau macht besonders mit sehr hohem Wasserverbrauch in bereits von Dürre geplagten Regionen auf sich aufmerksam.

Hafermilch – die regionale Alternative

Neben Bohnen und Nüssen kann auch Getreide wie Reis, Hafer, Dinkel oder Buchweizen zu Pflanzenmilch verarbeitet werden. Besonders bekannt ist die Hafermilch, die in Sachen Nachhaltigkeit in Deutschland der Soja- und Mandelmilch weit voraus ist.

Dies liegt daran, dass Hafer in Deutschland angebaut wird und deshalb keine großen Transportwege anfallen. Dafür ist Hafer aber im Vergleich zu Mandel- oder Sojamilch ärmer an Nährstoffen und Proteinen. Hafermilch enthält zudem Gluten, was besonders glutenempfindliche Menschen beachten sollten.

Pflanzenmilch für jeden Geschmack

Da der Markt für Pflanzenmilch boomt, gibt es auch zahlreiche Marken oder Eigenmarken der Supermarktketten zwischen denen man wählen kann. Dazu kommen noch zahlreiche Geschmacksvarianten wie Vanille und Schokolade oder mittlerweile die ersten Light-Produkte mit Zusatzstoffen wie Calcium. Die Auswahl ist riesig. Welche die beste Pflanzenmilch ist, ist buchstäblich ganz einfach Geschmackssache.

Doch eines haben alle diese Marken leider gemeinsam: sie füllen ihre pflanzliche Milch in Tetrapacks ab. Diese enthalten nach wie vor Plastik und haben nur eine Recyclingquote von unter 40%. Doch auch hier gibt es eine Lösung für alle Zero Waste Anhänger: mach deine eigene Pflanzenmilch!

Pflanzenmilch selber machen – so geht es einfach und schnell!

Online findest du zahlreiche Rezepte für die perfekte Pflanzenmilch. Der Vorteil bei der eigenen Herstellung ist die Kontrolle über die Zutaten und den Verpackungsmüll. Wer die Pflanzenmilch beispielsweise gerne süß und mit Zimt mag, kann hier frei nach Laune die eigene Pflanzenmilch kreieren. Für viele dieser Rezepte ist jedoch etwas Grundausstattung gefragt.

Wer beispielsweise die Mandelmilch von Utopia ausprobieren möchte, braucht neben 200 g Bio-Mandeln, 0,5-1 Liter Wasser und Süßungsmittel wie Agavendicksaft zusätzlich einen Hochleistungsmixer. Die über Nacht eingeweichten Mandeln werden hier erst mit dem Mixer zu einem Muß verarbeitet und dann nochmal mit dem Wasser und dem Süßungsmittel gemixt – fertig ist die eigene Mandelmilch!

Auch für die Hafermilch von Utopia sollte neben 80 g feinen Haferflocken, 1 Liter Wasser und etwas Salz und Zucker mindesten ein Pürierstab in der Küche vorhanden sein.  Zuerst werden die Haferflocken mit dem Wasser aufgekocht, dann püriert und anschließend durch ein feines Sieb gegossen. Auch hier ist der Aufwand minimal.

Wer regelmäßig die eigene Pflanzenmilch herstellt, kann besonders bei Nussmilch über die Anschaffung eines Nussmilchbeutels nachdenken. Durch diesen wird die eigens hergestellte Nussmilch gegossen und gefiltert. Somit landen wesentlich weniger Nussreste in der Milch, als bei der Filterung durch ein herkömmliches Sieb.

Pflanzenmilch für Ungeduldige

Wer ungern erst Mandeln einweicht oder Hafer aufkocht, der muss nicht auf den plastikfreien Genuss von Pflanzenmilch verzichten. Die schnellste Alternative eine eigene Pflanzenmilch herzustellen, ist sicherlich die Mischung aus Wasser und gekauftem Nussmus, das es in jedem gut sortierten Supermarkt im Glas zu kaufen gibt.

Je nach Geschmack werden ein bis drei Teelöffel Nussmus (sehr lecker sind Mandel- oder Cashewmus) mit ca. 1 Liter Wasser im Mixer gemixt. In wenigen Sekunden ist so eine cremige Pflanzenmilch fertig. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch kleine Mengen pflanzliche Milch einfach hergestellt werden können. So kann man schnell und leicht immer wieder „frische“ Milch herstellen.

Backen, Kochen, Kaffe trinken – für jede Gelegenheit die richtige Pflanzenmilch

Doch welche Pflanzenmilch eignet sich nun für welche Anwendung? Zum Kochen lässt sich so ziemlich jede Pflanzenmilch verwenden. Bei Soßen hat auf jeden Fall die Cashwemilch die Nase vorne, da sie beim Erhitzen cremiger wird.

Kuchen und Gebäck kann man sehr gut mit pflanzlicher Milch backen. Foto: Chin le Duc, Unsplash

Zum Backen eigenen sich eigentlich alle Pflanzenmilchsorten gut. Jedoch sollte besonders auf  den Eigengeschmack der Milch geachtet werden. Wenn der Kuchen nicht zu sehr nach Nuss schmecken soll, eignet sich vielleicht eher eine Hafermilch als Milchersatz.

Für den perfekten Cappuccino mit Milchschaum gibt es mittlerweile von vielen Marken bereits Barista-Editionen, die sich aufschäumen lassen. Das klappt besonders gut mit Hafermilch.

Ansonsten bleibt die Wahl der eigenen Pflanzenmilch ganz dem Käufer überlassen. Ob es nun nussig, reichhaltig oder fettarm sein soll – Pflanzenmilch hat es längst aus der Nische des veganen Ersatzproduktes heraus in die Supermärkte und Kühlschränke vieler Haushalte geschafft.


Gastbloggerin Anna von „Grün wie Gras“ ist unsere Expertin für das Thema Nachhaltigkeit. Für uns schreibt sie regelmäßig über Inhalte, die ihr wichtig sind: Naturkosmetik, Zero Waste und ein bewusster Lifestyle.

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