Yoga Stile
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YOGA: Vastu – natürlich wohnen

Fünf Grundprinzipien

Die Weisheit des Yogas umfasst fünf Grundprinzipien, die uns in der Gestaltung der eigenen Lebensumstände behilflich sind.

  1. Das erste Prinzip sind dynamische Körperübungen, die in jedem Lebensalter praktiziert werden können. Spezifische Stellungen – die sogenannten Asanas – mobilisieren sanft Wirbelsäule, Muskeln, Bänder, Sehnen und Gelenke. Sie bewirken körperlich und geistig mehr Flexibilität und Beweglichkeit, Konzentration und Energie.
  2. Begleitet werden die Körperübungen von einer rhythmischen Tiefenatmung, die den Organismus optimal mit Sauerstoff versorgt und das vegetative Nervensystem reguliert.
  3. Den Körper zur Ruhe bringen, Muskelverspannungen lösen, Sorgen und Stress loslassen. Das sind wichtige Aspekte des Yogas, um eine größere Widerstandsfähigkeit gegenüber äußeren Einflüssen zu entwickeln.
  4. Die körperliche Fitness erreicht der Übende durch eine ausgewogene, vegetarische Ernährung mit essentiellen Vitalstoffen.
  5. Und das letzte Prinzip verweist auf positives Denken und Meditation, die uns auf eine Ebene höherer Gefühle wie Liebe, Mut, Zufriedenheit und inneren Frieden führen.

Vastu – Natürlich wohnen und bewusst gestalten

Wer in seinem Leben den Yoga-Prinzipien folgt, wird irgendwann das Bedürfnis spüren, auch das Wohnen individuell, bewusst und harmonisch zu gestalten. Darin behilflich ist das Vastu. Der Begriff aus dem Sanskrit wird mit “Umgebung”, “Umwelt” oder “Natur” übersetzt. Die ursprünglich aus Indien kommende Bau- und Gestaltungslehre ist bereits mehr als 5000 Jahre alt und wurde erstmals in den Schriften der Veden festgehalten. Sie umfasst – ähnlich dem Feng Shui – eine Vielzahl an Regeln zur Gestaltung und Ausrichtung von Bauwerken, Räumen, Außenanlagen und Gärten.

Einfluss auf die Architektur

Bereits vor 2000 Jahren beeinflusste das Vastu auch römische Baumeister wie Marcus Vitruv. Im 16. Jahrhundert errichtete der Italiener Andrea Palladio zahlreiche Stadtvillen und Kirchen in Florenz, Venedig, Padua und Vicenza nach den Prinzipien der indischen Baukunst. Zu den in Indien erbauten Tempeln und Häusern, die den universell gültigen Gesetzen der Natur folgen, konnten Forscher inzwischen nachweisen, dass sie vor baulichem Zerfall, Zerstörung und Naturgewalten über Jahrhunderte hinweg verschont blieben. Mittlerweile entdecken Architekten weltweit die Regeln des indischen Feng Shui neu und verbinden die moderne Bauweise mit dem Bedürfnis eines jeden Bewohners. So sind inzwischen in der Schweiz, Deutschland und den USA viele Gebäude, nicht nur zum Wohnen, im Stil des Vastu entstanden.

Prinzip der Resonanz

Das Bedürfnis, im Einklang mit der Natur zu wohnen, veranlasst immer mehr Menschen, sich mit der Gestaltung ihres Lebensumfeldes bewusst auseinander zu setzen. Doch auch der Arbeitsplatz oder Garten nehmen direkten Einfluss auf unsere Vitalität und Gesundheit, Lebensfreude und Zufriedenheit. Ein Grund dafür ist das Prinzip der Resonanz. Darin spiegeln uns Natur und Wohnen alles, was unsere persönliche Entwicklung an Bewusstwerdung benötigt. Zu dem besitzt jeder Raum ein bioenergetisches Feld, mit dem unser Körper in Wechselwirkung tritt. Deshalb zeigt sich eine chronische Erkrankung oft im Wohnen. Diese Gesetzmäßigkeit der Natur wird im Vastu in der Gestaltung, sowie in der Ausrichtung eines Gebäudes oder Grundstücks berücksichtigt. Neben dem individuellen Bedürfnis an verwendeten Formen, Farben und Materialien bestimmen magnetische und thermische Einflüsse, die Fünf Elemente und Planetenkonstellationen die Auswahl.

Doch das Vastu kann viel mehr! Es verbindet Geist und Kosmos, Raum und Bewusstsein miteinander. So steht häufig das eigene Bedürfnis in engem universellen Zusammenhang, der sich glücklicherweise im Außen zeigt und in uns integriert, sowie gelebt werden möchte.